Die enge Verbindung von ästhetischen Regeln und politischer Auseinandersetzung charakterisiert alle Arbeitsgruppen, die Hacks an der Akademie der Künste zwischen Dezember 1972 und April 1979 und dann wieder vom November 1988 bis Mai 1990 leitete. Die erste, längere Arbeitsphase begann unter dem Titel Dramatik: Nach einer einleitenden Sitzung zu Hegels Dramentheorie wurden einzelne aktuelle Stücke besprochen, fast ausschließlich aus der DDR. Im Februar 1975 war mit Friedo Solters Inszenierung von Shakespeares »Sturm« am Deutschen Theater in Berlin auch die Umsetzung auf die Bühne Thema.
Was für jeden Fernsehzuschauer trivial wirkt, ist bezogen auf das Theater vor zwanzig Jahren und mehr noch auf das heutige eine Provokation: Selbst wenn noch Dramen gespielt und nicht Romane auf die Bühne geschleppt werden, werden sie selten als Dramen gespielt, sondern durch Bilder, Stimmungen, Regiegags oder Gebrüll zerstört. Zielgerichtete Handlungsverläufe wie etwa Intrigen, die man heute im kümmerlichsten Büro findet, gelten als nicht kunstfähig und darum nicht theatertauglich.
Auszüge aus der Buchrezension von Kai Köhler in der Tageszeitung „junge Welt“ vom 28.8.2010 zu: Thomas Keck / Jens Mehrle (Hg.): Berlinische Dramaturgie - Gesprächsprotokolle der von Peter Hacks geleiteten Akademiearbeitsgruppen. Fünf Bände im Schuber, Aurora Verlag, Berlin 2010
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